Kospet Hope

Praxistest

25.08.2019

Was kann die Kospet Hope, was weder Watches von Huawei oder Amazfit (Xiaomi) können? Die Antwort lautet "die Kospet Hope ist ein vollwertiges Smartphone am Handgelenk, mit eigener SIM-Karte und somit auch unabhängig vom Handy nutzbar". Samsung und Apple können das zwar auch, allerdings nur mit einer e-SIM. Was aber nur die Kospet kann, ist die vollwertige Nutzung aller Apps aus dem Google PlayStore. Es sind immer wieder genau diese Eigenschaften, die mich nun zum dritten mal veranlasst haben, eine solche Smartwatch zu kaufen und das für einen smarten Preis bei Banggood in China. Innerhalb von 5 Tagen lag die Uhr auf meinem Tisch, nebst einem zusätzlichen Lederarmband, als Geschenk dazu. Bravo Banggood, das ist eine Spitzenleistung. Darum kaufe ich immer wieder gern bei Euch ein.

Gut zu wissen, Kospet hat aktuell 5 Uhren im Programm, die technisch ähnlich sind. Neben der Kospet Hope 4G 3GB/32GB, gibt es davon ein Lite Modell mit 1GB/16GB, zwei Modelle mit der Bezeichnung Optimus mit 2GB/16GB und 3GB/32GB (Pro Version), sowie die etwas ältere Brave mit 2GB/16GB. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist m.E. bei der Kospet Hope am Besten.

Die Uhr ist in einem schmucken schwarzen Karton verpackt. Dort findet man neben der Uhr, ein magnetisches Ladekabel, ein Datenübertragungskabel, eine Bedienungsanleitung und eine Schutzfolie für das Displayglas. Eine Folie ist übrigens bereits werkseitig auf der Uhr angebracht, darüber ist noch einmal eine abziehbare Transportschutzfolie. 

 

Schon das Datenblatt liest sich spektakulär, denn es würde auch einem Smartphone gut zu Gesicht stehen.

Marke: Kospet

Modell: Hope

Bluetooth Version : 4.0 

Betriebssystem: Android 7.1.1

Kompatibel OS des zu verbindenden Smartphones: Android 5.1 oder höher, iOS 8.0 oder höher

App für Verbindung mit dem Smartphone: Wiiwatch2

Operating Mode: Berührungsempfindlicher Bildschirm

Kamera: 8.0MP

Sprachen: Multi (Englisch, Französisch, Russisch, Vietnamesisch, Polnisch, Portugiesisch, Hebräisch, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Persisch, Japanisch, Koreanisch, Thai, Bengal, Burmese, Indonesisch, Deutsch, Spanisch, Chinesisch, Chinesische Traditionell)

CPU: MTK6739 1,25GHz Quad Core

RAM: 3 GB

ROM: 32 GB

Netzwerk: 2G GSM: 850/900/1800/1900 // 3G WCDMA: 850/1900/2100 // TD-SCDMA: B34/B39 // 4G LTE-FDD: B1/B2/B3/B5/B7/B8/B12/B17/B20 // LTE-TDD: B38/B39/B40/B41 

WiFi: 802.11a/ b/g/n 2,4 Ghz und 5,0 Ghz

SIM-Karte: Nano

GPS / GLONASS

Anzeige: 1.39" AMOLED 

Auflösung: 400 * 400pixels

Pixeldichte: 406 ppi

Sensoren: G-Sensor, Herzfrequenzsensor

Batterie-Kapazität: 620mAh  

Standby: bis zu 5 Tage 

Ladezeit: 1 Stunde 

Typ Lade: Magnetic Ladeklip

Hauptmerkmale: Herzfrequenz, Pedometer, Telefon, Nachrichten, Google APP Store, Sprachsuche, Kamera, Wettervorhersage, Maps, Wecker, Kalender, Anti-lost, Sound Recorder, Stoppuhr, Musikplayer, Videoplayer, Galerie etc.

Gestensteuerung zum Einschalten des Bildschirmes

Gehäuse-Material: Metall + Keramik 

Armband: Silikon (Länge: ca. 223mm / Breite: ca. 24 mm)

Gewicht: 70g (selbst gewogen)

Durchmesser: 49mm 

Stärke: 17,5 mm

IP67 zertifiziert 

 

Verarbeitung und Design

Die Smartwatch hat ein schwarzes Metallgehäuse, welches oben, mit einem Keramikring, das "Uhrenglas" einfasst. Das Glas ist mit einem weiteren Ring abgesetzt, auf welchem eine Scala angebracht ist. An der rechten Seite befinden sich Oben der Power- und Funktionsknopf, in der Mitte die 8 MP-Kamera und Unten der Zurück-Knopf. Das Design erinnert an einen Chronometer. Das schwarze Silikonarmband ist gegen handelsübliche 24mm Uhrenarmbänder wechselbar. Die Unterseite besteht aus schwarzem Kunststoff. Dort befinden sich der SIM-Karten Slot, der Herzfrequenzmesser, der Lautsprecher (etwas seitlich) und die Ladekontakte (magnetisch).

Die Uhr sieht sehr schick aus, man sollte sich aber darüber im klaren sein, dass sie schon eine unübersehbare Erscheinung ist. Mit 49mm Durchmesser ist sie größer, als eine Samsung Galaxy Watch mit 46mm oder auch als eine Huawei Watch GT mit 46,5mm. Dennoch ist sie für ihre Größe, mit 70g erstaunlich leicht und vermittelt ein angenehmes Tragegefühl. Die Samsung Galaxy Watch ist mit 63,5g nicht viel leichter.

Die IP67 Zertifizierung schützt die Uhr vor Staub und dem eindringen von Wasser. Ich würde sie dennoch nicht zum tauchen mitnehmen.

 

Display

Das Display ist ein Highlight. Kospet hat ein 1,39" AMOLED Panel verbaut, dass mit sagenhaften 400*400 Pixeln auflöst und damit eine erstaunliche Pixeldichte von 406 ppi erreicht. Das kann Samsung (1,2" 360*360 424ppi) nicht viel besser.

Die Helligkeit lässt sich in 3 Stufen regulieren und an das Umgebungslicht anpassen. Ich habe die mittlere Stufe dauerhaft eingestellt. Wer sich viel im Freien aufhält, ist aber mit der höchsten Helligkeitsstufe besser bedient.

Die Farben, Kontraste und Blickwinkel sind auf einem ausgezeichneten Niveau. Die Farben sind kräftig und der Schwarzwert, AMOLED typisch, perfekt. Die Touchscreen-Bedienung ist unproblematisch, die Sensitivität lässt keine Wünsche offen. Auf der Uhr sind verschiedene Watch-Faces vorinstalliert. Entweder auf der Uhr oder über die App Wiiwatch2 lassen sich weitere Faces herunterladen und installieren. Da ist für jeden Geschmack ein Design dabei. Man hat sogar die Möglichkeit, ein Watch-Face selbst zu gestalten, zumindest den Hintergrund. Die Uhrzeit wird dann aber immer digital angezeigt.

Allerdings gefallen mir die Samsung Watch-Faces insgesamt besser, weil sie einen natürlicheren 3D-Eindruck hinterlassen. Im Vergleich zur Konkurrenz baut Kospet hier aber eines der besten Displays ein.

 

Betriebssystem und Performance

Kospet liefert die Uhr mit Android 7.1.1 Nougat aus. Der Sicherheitspatch ist vom 5. Mai 2018. Hier sollte man weder erwarten, dass es ein Update auf Android 8.0 gibt, noch weitere Patches. Das System ist recht clean, also Android pur. Bloodware gibt es erfreulicherweise gar nicht. Ein Virenscan zeigte, dass es auch keinerlei Sicherheitsprobleme gibt. 

Der Mediatek MT6739 Quad Core taktet mit 1,25 GHz und bringt es auf 34225 AnTuTu-Punkte. Das ist für eine Smartwatch ein außergewöhnlich leistungsstarker Prozessor. Außerdem gibt es üppige 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher. Das ist wirklich vorbildlich und sucht seinesgleichen. So stehen dem Nutzer rund 26 GB freier Speicher zur Verfügung.

Bereits installiert sind verschiedene auf die Uhr zugeschnittene Programme, wie Telefon App, Kontakte, SMS, Herzfrequenzmesser, 9 Fitnessprogramme, Wetter, Kamera App, Galerie, Musik, Soundrekorder, Datei-Manager, Internetbrowser, Taschenrechner, Downloads, Kalender, Stoppuhr, Wecker, Timer, Verbindungsassistent, Google Sprachsuche, Maps, der Google PlayStore und ein hauseigener AppStore.

Darüber hinaus sind verschiedene Auswertungen von Leistungsdaten verfügbar, wie wochenweise Auswertung der Schritte, km und KCAL.

Im Menü "Assistent" findet man u.a. eine Fernbedienung für die Smartphonekamera und den Musikplayer des Smartphones. Außerdem lassen sich Dateien an das verbundene Handy senden oder das Smartphone suchen.

Android erlaubt aber zusätzliche die volle Bandbreite des Google Playstores. Prinzipiell ist fast jede App installierbar. Durch das runde Uhrendesign sind viele Apps natürlich nicht auf den Bildschirm ausgelegt. Drückt man etwas länger auf den Powerknopf, so kann man den Screen von rund auf eckig umstellen und erreicht die Details der App besser. Aber auch das gelingt nicht immer perfekt.

Ich habe zusätzlich den Cx Datei Explorer, WhatsApp und Endomondo auf die Uhr geladen. Cx und WhatsApp lassen sich ohne Tadel bedienen, bei Endomondo gibt es ein paar kleinere Einschränkungen. Insgesamt hat die Kospet die Nase vorn, weil Samsung und Huawei nur prosperitäre Betriebssysteme verwenden und damit die Vielfalt der Apps aus dem Google Playstore nicht zur Verfügung steht.

 

Konnektivität und Kommunikation

Ja, es gibt tatsächlich einen SIM-Katen Slot für eine Nano-SIM-Karte. Der Slot, auf der Rückseite der Kospet, kann einfach mit dem Fingernagel ausgehebelt werden. Die Abdeckung nimmt dann die SIM-Karte auf und wird wieder in den Uhrenboden eingeklippt. Das funktioniert perfekt. Wenn man dann online ist, werden alle deutschen Netze erkannt 2G, 3G und auch 4G LTE, stehen in sämtlichen Frequenzbereichen zur Verfügung, inkl. Band 20. Telefonate klappen hervorragend. Der eingebaute Lautsprecher klingt sauber und ist laut genug. Wer ein Bluetooth-Headset nutzt, kann aber die Privatsphäre besser wahren und ungeliebte Mithörer ausschließen. 

Damit nicht genug. Es gibt auch noch W-LAN im Standard 802.11 a/b/g/n mit Dual-Band Unterstützung für das 2,4 GHz und das 5,0 GHz Netz. Auch das ist für eine Smartwatch keinesfalls selbstverständlich. 

Bluetooth steht in der Version 4.0 zur Verfügung. Zur Kopplung mit einem Mobiltelefon ab Android 5.1 oder iOS 8.0, installiert man zunächst die App Wiiwatch2 auf dem Smartphone, scannt einen QR-Code auf der Uhr und schon ist man verbunden. In der Uhr werden Fitnessdaten abgefragt, wie Größe, Körpergewicht, Geschlecht und eine Vorgabe für tägliche Schritte.

In der App Wiiwatch2 kann man den Verbindungsstatus, die verbleibende Akkukapazität der Uhr, Gesundheitsdaten, 9 verschiedene Fitnessprogramme und weitere Uhrendesigns abrufen. In den Einstellungen gibt es eine Suchfunktion für die "verlorene" Uhr, die Gestensteuerung zum automatischen Einschalten des Bildschirms, wenn man den Arm hebt, um auf die Uhr zu schauen, einen "Nicht stören" Modus, die Einstellungen für die Maßeinheiten, einen Forum Link, Software Updates, eine Gebrauchsanweisung (Englisch), die Musiksteuerung etc.. All das lässt sich aber auch an der Uhr selbst einstellen.

Nachrichten von Mailprogrammen, WhatsApp, Messengern, Facebook, Instagram, Kalender, Timer, Wecker und Anrufe, die auf dem Handy eingehen, werden zuverlässig auf die Uhr gepuscht. Beantworten kann man diese Mitteilungen allerdings nur vom Smartphone aus.

Eine Sache hat mich zunächst irritiert. Mein Huawei P20 Pro puschte auch die Schritte des Health-Programmes auf die Uhr durch und zwar jeden einzelnen Schritt, so dass diese mit einer Zeitanzeige im Uhrendisplay auftauchten. Ich musste also am Huawei P20 Pro die Schrittaufzeichnung deaktivieren, um nicht laufend mit Pushmitteilungen genervt zu werden. Die Uhr hat einen eigenen Pedometer, den ich nutze, der aber bei Bedarf auch deaktiviert werden kann. 

Eine Mikro-SD-Karte kann man nicht einlegen, da es keinen Speicherkarten-Slot gibt. Aber die rund 26 GB freien Speicherplatz in der Kospet Hope, kann man nach belieben befüllen. Bei mir ist vor allem viel Musik darauf gelandet. So kann ich z.B. beim Sport, mit meinem Bluetooth-Headset bequem Musik hören, ohne das Handy mitzunehmen und obendrein, bin ich auch noch telefonisch, über die SIM-Karte der Uhr erreichbar. Multitasking ist kein Problem, anders als bei der von mir auch getesteten Ourtime XO1S.

Über ein separates Datenkabel, dass in den SIM-Kartenschacht eingeklippt wird (ohne SIM-Karte), kann man Daten auf die Uhr laden, welche noch dazu gleichzeitig über das Datenkabel mitgeladen wird. Die USB-Datenübertragung muss auf der Uhr unter dem Menüpunkt "Verbindungen" freigegeben werden. Wer eine App mit Verbindung zur Cloud auf der Uhr installiert, wie z.B. den Cx Datei Explorer, hat auch über diesen Weg mit der Datenübertragung Erfolg.

Bei der Navigation stehen GPS und GLONAS zur Verfügung. Der GPS-Fix geht schnell und ist zuverlässig genau. Ich nutze dies vor allem mit Endomondo oder Google Maps.

NFC steht zwar nicht auf der Ausstattungsliste, lässt sich aber über die Verbindung zum Handy nutzen, wenn dieses über einen NFC-Chip verfügt. Damit ist mobiles bezahlen, auch mit der Uhr möglich, so man das Smartphone dabei hat. In den "Einstellungen" der Kospet Hope, unter "Spezieller Zugriff", "Geräteadministratoren", kann man den Bezahldienst Google Pay aktivieren. Ob das dann auch funktioniert, muss ich noch testen.

 

Kamera

Die Kamera befindet sich an der Seite, zwischen den beiden Kronen. Sie löst mit 8MP auf und hat eine feste Brennweite. Die Bilder sind zwar nicht, mit denen eines modernen Smartphones vergleichbar, aber durchaus zu gebrauchen (siehe Beispielfotos). Schöne Bilder fürs Fotoalbum sollte man aber einer richtigen Fotokamera überlassen. Die verbauten Kamera ist dennoch ein nettes Gimmick. 

 

Akkulaufzeit

Der Akku ist wohl die einzige schwächere Stelle dieser Smartwatch. Die versprochenen 5 Tage sind nur mit der "Power Save" Funktion zu erzielen, in welcher sämtliche Verbindungen gekappt sind und sich nur noch die Uhrzeit ablesen lässt. Ich halte das für einen reinen Werbegag.

Wer die Uhr als MP3-Player nutzt, kommt auf 7-8 h ununterbrochenen Musikgenuss per Bluetooth. Das ist recht ordentlich.

Wenn ich mit meinem Rennrad, regelmäßig für ca. 3 h, unter Nutzung meines installierten Sportprogramms Endomondo, GPS und Bluetooth-Headset mit Musik unterwegs bin, ist der Akku zum Schluss bei 30-35% Restkapazität. Es empfiehlt sich, für die Dauer der Aktivität, nicht benötigte Verbraucher, wie z.B. WiFi und LTE-Daten zu deaktivieren, sonst ist auch diese Leistungsdauer nicht zu erreichen. Der Energiehunger ist auch im Prozessor zu suchen, der noch im 28 nm Verfahren gefertigt wird.

Wer die Uhr nur normal nutzt, kommt mit der Kapazität zwar über den Tag, aber eben keine 5 Tage. Deshalb, die Smartwatch sollte jeden Abend ans Ladegerät. Das Laden funktioniert über einen magnetischen Ladeadapter, welcher am Uhrenboden angeklippt wird. Der 620 mAh starke Akku lädt sehr schnell wieder auf. Nach 30 Minuten sind bereits 90% der Kapazität erreicht. Somit kann man auch schnell mal unterwegs nachladen, z.B. mit einer Powerbank.

 

Fazit

Die Kospet Hope ist eine außergewöhnliche Smartwatch, die vor allem mit ihrem Funktionsumfang und dem Display punkten kann. Wer unabhängig vom Handy sein möchte und dennoch telefonisch erreichbar sein will, kommt an dieser Uhr wohl nicht vorbei. Aber man sollte auch immer die Größe der Uhr im Hinterkopf haben. Für zierliche Arme ist diese Smartwatch eher nicht geeignet.

Die Kospet funktioniert ansonsten hervorragend, lediglich die Akkulaufzeit hat mich, angesichts der versprochenen 5 Tage, nicht überzeugt. 

Apple und Samsung kochen da aber auch nur mit Wasser und sind viel teurer. Die Samsung Galaxy Watch SM-R805 LTE 46 mm (e-SIM) kostet z.B. ab 320,00€. Da ist die Kospet Hope ein Schnäppchen. Inzwischen ist die Uhr mein täglicher Begleiter. Ich spreche für diese Kospet meine Kaufempfehlung aus.

Für einen Vergleich, mit der Ourtime XO1S von 2017, lesen Sie bitte meinen separaten Praxistest zu dieser Smartwatch.

Autor: Bernd Volkmer 

Fotos mit 8MP-Kamera aufgenommen